Fettsäure-bindendes Protein ergänzt Herzinfarktdiagnostik

Freiburg, 6. September 2012. Das für Herzmuskelzellen spezifische Fettsäure-bindende Protein h-FABP ist eine sinnvolle Ergänzung für die zeitnahe Diagnostik eines Myokardinfarkts. Mit h-FABP lassen sich Schädigungen des Myokards sehr früh feststellen und die Ergebnisse einer Troponinbestimmung ergänzen.

Troponin ist heute der wichtigste kardiologische Marker, um einen Myokardinfarkt nachzuweisen. Allerdings ist die Sensitivität der konventionellen Tests in den ersten Stunden nach einem Herzinfarkt gering. Hochsensitive Troponintests können dagegen bereits einen geringen Anstieg der Troponinkonzentration nachweisen. Es sind allerdings aufgrund der geringen Spezifität in den ersten Stunden nach Symptombeginn serielle Messungen ratsam. Die zusätzliche Bestimmung von h-FABP (heart-type fatty acid-binding protein) kann die diagnostische Genauigkeit signifikant erhöhen.

H-FABP ist ein kleines Molekül von nur 15 Kilodalton. Es liegt ungebunden und in hoher Konzentration im Zytosol von Herzmuskelzellen vor. Bei einer Schädigung des Myokards gelangt h-FABP aufgrund der geringen Molekülgröße sehr schnell in das periphere Blut und ist bereits 30 bis 60 Minuten nach einem Myokardinfarkt nachweisbar. Die Konzentration dieses Akutmarkers steigt über 6 bis 8 Stunden steil an und erreicht nach 24 Stunden wieder den Ausgangswert. Eine quantitative Bestimmung von h-FABP ist innerhalb von 15 Minuten aus Vollblut, Plasma oder Serum mit dem kleinen Messgerät concile® Ω100 als Point-of-Care-Test möglich.

H-FABP könnte sich sehr gut als Ergänzung zum Troponin eignen. Im Vergleich zum strukturell gebundenen Troponin wird h-FABP früher und auch schon bei leichteren Schädigungen des Herzmuskels freigesetzt. Darüber hinaus ermöglicht die Kombination aus Troponin und h-FABP eine bessere Risikoeinschätzung der Patienten, als die Einzelmessung von Troponin alleine““, erläutert der Kardiologe Professor Dr. Christian Müller vom Universitätsspital in Basel. In Kürze werden die Ergebnisse einer großen multizentrischen Studie über h-FABP in Kombination mit Troponinen zur Verfügung stehen.

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